Mahnwache für Klimaschutz, Lebensgrundlage & Demokratie
/ Bonner Münsterplatz
Die Bonner Klimabewegung veranstaltet am Samstag, 28.3., von 13:00 bis 16:00 am Münsterplatz die zweite „Mahnwache für Klimaschutz, Lebensgrundlagen und Demokratie“. Thema ist diesmal Ernährung und Solidarische Landwirtschaft.
Auch wenn wir davon in Deutschland noch nicht viel merken: in anderen Teilen der Erde eskaliert die Klimakrise gerade. Bei einer noch nie dagewesenen Hitzewelle in den USA wurden letzte Woche Temperaturen von 44 Grad erreicht - im März! 14 Staaten der USA haben ihren bisherigen Temperaturrekord für März gebrochen. Am Nordpol ist die Fläche des Meereises so klein wie noch nie um diese Jahreszeit. In Deutschland ist es noch nicht heiß – aber schon wieder viel zu trocken. Die Dürre hat gefährliche Ausmaße erreicht. Auf die Landwirtschaft, auf unsere Ernährung, kommen durch die Klimaänderung größte Herausforderungen zu. Es wird nicht mehr so weitergehen wie bisher, wir müssen uns anpassen.
Die Regierenden kümmern sich nicht um die notwendigen Anpassungen, sondern versuchen, das hergebrachte System der industriellen Landwirtschaft aus Kunstdünger, Gift und Massentierhaltung zu zementieren, ein System, das die Böden auslaugt, die Umwelt vergiftet, Tiere massenhaft misshandelt und viel zu anfällig gegenüber Extremwetter ist. Landwirtschaftsminister Rainer will Pestizide nicht mehr Pestizide, sondern nur noch beschönigend Pflanzenschutzmittel nennen. Der bayerische Fleisch-Influencer Söder macht ungeniert Werbung für das Fleischessen. Die Bäuerinnen und Bauern, die unsere Lebensmitteln erzeugen, werden von den marktbeherrschenden Handelsketten ausgebeutet und geben reihenweise ihre Höfe auf. Und ein Gesetz gegen Lebensmittelvernichtung, das es zum Beispiel in Frankreich längst gibt, gibt es in Deutschland noch immer nicht.
Aber Ernährung ist ein Menschenrecht und kein Profitinstrument. Wir als Verbraucher:innen müssen nicht alles mitmachen. Es gibt andere, zukunftsweisende Modelle, wie die Solidarische Landwirtschaft, abgekürzt Solawi. Mitglieder zahlen einen Beitrag und erhalten dafür Anteile an der Ernte: Unverpackt, ohne große Transportwege, saisonal, ohne Gifte und Kunstdünger erzeugt, regenerativ, nicht-industriell und marktunabhängig. Wir informieren bei der Mahnwache über die Solawis in Bonn und Umgebung. Es gibt Lieder zum Mitsingen, Informationen, Banner, Reden und vieles mehr.
